Member Story: Sebastian Berger

Member Story: Sebastian Berger

 

Weil er keine Lust auf monotone Routine-Aufgaben hatte, gründete unser Member Sebastian Berger sein Unternehmen „Die Innovationskomplizen“. Gemeinsam mit seinen Kunden und seinem Netzwerk überzeugt der 30-jährige mit individuellen und außergewöhnlichen Lösungsansätzen (für mehr Akzeptanz, Begreifbarkeit und Erlebnis von Produkten und Dienstleistungen).

Im Interview mit AXIS erklärt Sebastian, was für ihn gutes Service-Design ausmacht und verrät uns außerdem spannende Details über sein aktuelles Projekt mit der ÖBB.

AXIS: Lieber Sebastian, was genau machst Du eigentlich als Service-Designer?

Sebastian: Service-Design ist in Österreich eine relativ junge Disziplin. Um es einfach auszudrücken: Es geht darum, neue Service- und Dienstleistungslösungen zu finden und zu entwickeln. Seit der Industriellen Revolution liegt der Fokus auf technischen Lösungen, die auch nach wie vor ihre Berechtigung haben, nur leben wir längst in einem Dienstleistungszeitalter. Wir müssen jetzt den Nutzen für den Konsumenten und den Menschen in den Mittelpunkt unseres Denkens stellen. Als Service Designer mache ich genau das. Ich gehe bewusst weg von technologie-orientierten Lösungen und biete stattdessen service-orientierte Lösungsentwicklung an.

AXIS: Das klingt total spannend, aber irgendwie kann ich mir da noch nichts Konkretes vorstellen. Hast Du vielleicht ein Beispiel für mich?

Sebastian: Klar. Wie gesagt, möchte ich weg vom Fokus auf technologie-orientierte Lösungen. Gerade arbeite ich mit der ÖBB an einem Projekt für ein neues Bonusprogramm, bei dem es um das Thema „Verspätungen“ geht. Bis jetzt hat man sich immer gefragt, wie man Verspätungen von Zügen verhindern, bzw. minimieren kann. Das ist eine sehr technisch-orientierte Fragestellung. Als Service-Designer überlege ich mir, wie man die Wahrnehmung und die Einstellung des Kunden zu Verspätungen positiv verändern kann. Dabei komme ich in der Regel nur mit einem Bruchteil der Kosten aus, die eine technisch-orientierte Lösung gekostet hätte.

AXIS: Da hast Du Dir ja ganz schön was vorgenommen. Was ist Dein Plan?

Sebastian: Zeit ist immer relativ und das nicht nur im physikalischen Sinn. Fünf Minuten können furchtbar lange sein, wenn man am Gleis auf seinen Zug wartet. Aber nur fünf Minuten mit seinen Liebsten sind total wenig Zeit.

Verspätungen sind natürlich immer ärgerlich, das ist mir bewusst und ich will auch die Kunden nicht manipulieren oder beeinflussen.
Unser Lösungsansatz ist, dass man für jede Minute, die der Zug zu spät kommt, eine Minute Fahrtzeit von der ÖBB gutgeschrieben kriegt.

AXIS: Clever - Zeit gegen Zeit! Wie genau funktioniert das?

Sebastian: Mit einer App kann man die Minuten sammeln und später als Fahrtzeit einlösen. Man kriegt seine Zeit also sozusagen zurückerstattet.
Wir starten bald in die Beta-Phase und ich bin schon gespannt, wie sich das Projekt entwickelt!

AXIS: Was unterscheidet Dich von Deiner Konkurrenz?

Sebastian: Ich habe eine vielseitige Ausbildung und das kommt mir in meiner Arbeit immer zugute. Nach der Materialtechnik-HTL bin ich nach Linz und habe an der Kunstuniversität Industrial Design studiert. Ich kann meinen Kunden ein relativ einzigartiges Geschäftsmodell bieten: Ich bin weder ein reiner Designer, noch ein Unternehmens- oder Innovationsberater. Ich verstehe mich selbst eher als Vermittler und Vernetzer von verschiedenen Kompetenzen.

Außerdem bin ich ein sehr visueller Mensch und schaffe es, komplexe Probleme einfach und verständlich für meine Kunden aufzubereiten.
Ich arbeite außerdem viel mit Prototypen und präsentiere sie meinen Kunden bereits in einem halbgaren Status. Das trauen sich nicht viele, hat aber den großen Vorteil, dass man sehr schnell Feedback bekommt, wo sich Fehlentwicklungen verstecken. Der Gesamtkostenaufwand ist dadurch minimal.

AXIS: Beeindruckend! Wie lange bist Du eigentlich schon Member im AXIS Coworking Space?

Sebastian: Ich bin im Sommer 2015 im AXIS eingezogen und habe den Schritt nie bereut.
Ich habe damals gemerkt, dass ich mich im Home-Office nur selbst ablenke. Außerdem wollte ich privates und berufliches trennen. Rückblickend muss ich sagen, dass das AXIS meine Produktivität extrem gesteigert hat.

AXIS: Was gefällt Dir denn besonders gut bei uns im AXIS?

Sebastian: Auf jeden Fall die Gemeinschaft. Ich profitiere enorm von den Kontakten, die ich hier knüpfen kann. Natürlich werde ich auch mal im AXIS von meiner Arbeit abgelenkt, aber das sind dann immer zwischenmenschliche Kontakte, die mir im Home-Office absolut fehlen würden. Mir gefallen auch die Räumlichkeiten – ich bin ein großer Fan von der Architektur! Am wichtigsten sind mir aber, neben den Menschen im AXIS, die zahlreichen Events. Ich habe gerade mein eigenes Büro bezogen, werde aber trotzdem nicht meine Membership kündigen. Dafür gefällt es mir hier auch einfach zu gut. Außerdem sind die gemeinsamen Mittagessen eines meiner AXIS-Highlights.

AXIS: Was ist Deine große Leidenschaft?

Sebastian: Ich liebe es zu kochen! In der Küche kann ich mich austoben und mir neue Inspiration holen. Ich habe schon überlegt, ein eigenes Restaurant zu eröffnen, aber ich wollte, dass mein Hobby meine Inspirationsquelle bleibt.
Ich koche übrigens nie nach Rezept! Ich nehme das, was da ist und mache daraus das Beste. Das langt, denn ich beherrsche die Technik vom Kochen und weiß, wie man Zutaten und Gewürze so kombiniert, dass etwas einmalig (leckeres) entsteht. Die Gestaltung von meinen Projekten läuft ähnlich ab.

AXIS: Abgesehen vom Kochen – wo liegen Deine Stärken und Talente?

Sebastian: Ich würde mich als sehr emphatisch beschreiben. Ich kann mich gut in Menschen und Gruppen hineinversetzen und den richtigen Ton treffen. Meine größte Stärke ist, dass ich ein kreativer Generalist bin. Durch meine breite Ausbildung habe ich zum Beispiel gelernt, die Sprache von Technikern, Ein- und Verkäufern oder auch die der Marketing-Abteilung zu sprechen. Dadurch kriege ich keinen Tunnelblick und kann ein und dieselbe Problematik aus mehreren Sichtweisen betrachten. Wenn man nur in einer Sparte unterwegs ist, ist man automatisch gebunden.

Mehr verrate ich aber nicht (grinst). Wer mehr über mich und meine anderen versteckten Talente erfahren möchte, findet mich in der Tabakfabrik, Bau 2, vierter Stock.

 

AXIS: Lieber Sebastian, danke für das spannende Interview mit Dir!!

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