Ein Brief an dich - von Albert Ortig, Gründer und Initiator von AXIS

 

Liebe AXIS-Members, Freunde und Partner!


In Zeiten der Krise ist es oftmals hilfreich, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Ich möchte euch deshalb eine ganz persönliche Sicht auf unsere Axis-Entwicklungen in der Tabakfabrik innerhalb der letzten fünf Jahre geben - und damit auch anstehende Veränderungen ankündigen.
 
Als wir mit Netural im Jahr 2014 - nach dreijähriger Verhandlung und einjährigem Umbau in den Bau 2 am Peter-Behrens-Platz eingezogen sind, waren es die ersten wunderschön renovierten Stockwerke der Tabakfabrik, die in Betrieb gegangen sind. Wir waren zu diesem Zeitpunkt in der Netural 60 MitarbeiterInnen und unter den Allerersten, die an die Entwicklung der Tabakfabrik geglaubt haben. Dank sehr engagierten und freundschaftlichen Bemühungen gemeinsam mit Andreas Kleboth und auch Heinz Hochstetter arbeiten wir seither in einem der schönsten Büros Österreichs - ausgezeichnet auch zum “Office of the Year 2018”.
 
Von Anfang an war es unser Konzept, dieses Gebäude auch im Sinne der Tabakfabrik zu öffnen, und somit auch für Menschen außerhalb unseres Unternehmens zugänglich zu machen. Eine Begegnungszone sollte es werden - und eine Dynamik entstehen. Nicht für uns selber, sondern für alle Menschen im Gebäude, für den Platz, für die Idee der Tabakfabrik.

AXIS betritt Neuland in 2014 - Fotocredit (c) Martin-Sighart

AXIS betritt 2014 Coworking Neuland - Fotocredit (c) Martin Sighart, Netural.


AXIS betritt NEULAND
So ergab es sich, dass wir endlich - nach vielen Jahren der Begegnungen aber ohne konkrete Zusammenarbeit - mit der wunderbaren Iris Mayr eine „Neulandpersönlichkeit“ gefunden haben, die sich dem Thema „Coworking“ in Linz mit teilweise deutlich mehr als 100% Energie angenähert hat. Im September 2013 waren viele große Fragezeichen vor uns. Ist Linz nicht viel zu klein für eine derartig große Fläche zum Coworken (500m2). Es gab keinerlei Angebote in dieser Dimension in Linz und auch keine Erfahrungen, wie man einen Coworkingspace ausrichten muss, damit dieser funktioniert. Sollten wir einen Themenschwerpunkt setzen oder sollte man völlig offen sein, inwieweit sollten wir potenzielle Interessenten kuratieren (so wie bei neuen Mitarbeitern in einem Unternehmen), gab es überhaupt genügend Nachfrage, wie verrechnet man ein derartiges Modell, und viele viele Themen mehr.
 
All diese Fragen wollten wir lösen und haben im Jänner 2014 den ersten Linzer Coworkingspace Axis eröffnet. Wir waren von Beginn an offen für alle Arten von Unternehmern/kleinen Firmen, großen Konzernen und als Raum für Vernetzung, Austausch und modernes Arbeiten. Wir haben von Anfang an kuratiert und haben die Idee vor die Profitabilität gestellt. Das war oftmals nicht einfach, letztlich aber der richtige Weg für unsere Idee.
 

The-new-way-of-working_ Artwork (c) Fiona Zieser-Zerenko.

 

AXIS unterstützt seine Members beim "Glänzen"
Im Jahr 2017 begab sich Iris auf eine neue Reise, und Lucia Schramm übernahm die Rolle der Entwicklerin, Vernetzerin und auch Anschieberin für die Mitglieder und Freunde des Axis. Man kann das Engagement von Lucia in den letzten Jahren nicht genug hervorheben. Sie war es, die gemeinsam, mit Kathrin Weiss, die bis dahin aufgebaute Reputation von Axis weiter geführt und auch weiter ausgebaut hat. Heute steht Axis für eine verlässliche Adresse, die sich niemals selbst in den Vordergrund stellt, sondern vielmehr die Mitglieder dabei unterstützt, zu glänzen. Ganz im Sinne der ureigenen Netural-Philosophie „Das Schöne sehen und das Komplexe nicht spüren“, die uns seit 1998 bei der Entwicklung von digitalen Services immer getrieben hat. Wir wollen immer das bestmögliche Nutzererlebnis erreichen - bei Axis war das immer ein wohltuend inspiriender Arbeitsplatz, ein Netzwerk, internes Business zwischen den Members forcieren, Formate mit Tiefgang und Dinge ermöglichen, die vielleicht normalerweise eben nicht erwartet werden. Ohne Scheuklappen und ohne Restriktionen von seiten Netural. Wir waren offen im Axis - und keine Direktive hat diese Offenheit eingeschränkt.
 
In den letzten fünf Jahren hat sich viel verändert. Netural hat mit Roomle ein eigenes Spin Off ausgegründet, ebenso mit Storyblok. Es gibt mittlerweile ein Joint Venture über Roomle mit Egger, und unser Mitarbeiterstand hat sich seitdem von 60 auf 110 nahezu verdoppelt. Gleichzeitig haben wir eine steile Lernkurve hinter uns in Bezug auf Coworking und unserer Idee mit Axis.
 
So wissen wir mittlerweile, dass die Nachfrage nach Fläche groß genug ist, ebenso unser Angebot gerne und mit viel Lob angenommen wurde. Ebenso sind wir schlauer, was das Businessmodell eines Coworkingspaces respektive auch einer Community angeht. Auf einen Satz zusammengefasst, kann man sagen: Ohne eine wohlwollende Netural wären die letzten fünf Jahre unmöglich gewesen. Ein Space lässt sich aus unserer heutigen Sicht mit unserem Modell nicht einfach wirtschaftlich abbilden. Die Untergrenze für einen Coworkingspace und dem Wissen der letzten 5 Jahre was Fläche betrifft, liegt wohl bei 2000 m2 - besser noch deutlich größer. Die Einnahmen aus den Memberships decken sehr gut die Infrastruktur, der organisatorische Personalaufwand ist es aber, der bei kleineren Flächen keine unternehmerische Perspektive bietet.
 

AXIS - Dieser Ort ist ein Versprechen

Dieser Ort ist ein Versprechen  - Fotocredit (c) AXIS, Netural Group.

 


AXIS in Veränderung
So kam es, dass wir im Oktober letzten Jahres begonnen haben, unser Axis-Businessmodell neu zu bewerten, und sind auf einige spannende Möglichkeiten gestoßen. Gleichzeitig musste Raum für die gewachsenen Strukturen der Netural Gruppe geschaffen, und neuer Raum für Axis gefunden werden. Wir haben Gespräche geführt mit allen relevanten Personen in der Tabakfabrik, auch mit der Stadt, und positive Signale erhalten. Letztlich war es die Startup 300, die uns mit viel Engagement eine Zwischenunterkunft gewährt hat. Wir sind bekanntlich alles andere als die Ritter oder Krieger, die mit der Startup 300 verbunden werden - aber wir waren beeindruckt von dem Willen, etwas zu ermöglichen und zu machen. Vielen Dank dafür!

Nun befinden wir uns in der größten Krise, die unsere Generation je erlebt hat. Das bereinigt vieles, beschleunigt einiges, und schärft den Blick: Im aktuellen “brand eins” Magazin steht im Editorial: „Man muss etwas wollen - etwas können und dann machen. So schlicht ist die Formel die zu jeder Zeit - und in jeder Krise - gilt“. Wer uns kennt, weiß, dass wir exakt nach diesem Muster vieles bewegen und Freude daran haben. Wir sehen positiv in die Zukunft, was unser Core Business betrifft, und wir sind bestens aufgestellt: wollen, können und werden machen!
 
Für unser viel geliebtes Axis heißt das aber auch, Abschied zu nehmen vom bisherigen Modell des Coworking - des ersten Coworkingspaces in Linz. Wir verabschieden uns in eine Nachdenkpause und überlegen uns etwas Neues. Die Krise gibt uns die Chance dafür. Lasst euch überraschen, was dabei heraus kommt - wir sind ergebnisoffen. In jede Richtung. Das tut uns gut und gibt uns die erforderliche Kraft. Axis wird nach der Krise anders sein. Mal sehen, was aus dem positiven Spirit und der bestehenden Community entstehen kann.
 
An dieser Stelle vielen Dank für die unermüdliche Arbeit von Lucia Schramm und Kathrin Weiss - die als Seele und Motor immer im Sinne der Mitglieder alles gegeben haben - und vielen Dank an die Wegbegleiter und Mitglieder, die unser Angebot so wohlwollend angenommen haben!

Albert Ortig
CEO Netural Group GmbH

 

Albert Ortig gründet Joint Venture mit Egger
Albert Ortig, Initiator und Förderer von AXIS (c) Netural.

Das AXIS Team - Albert Ortig, Iris Mayr, Heinz Hochstetter, Kathrin Weiss, Lucia Schramm
Albert Ortig, Heinz Hochstetter, Iris Mayr - Kathrin Weiss, Lucia Schramm - Das AXIS Team (c) Netural.

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